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Deutsche Gehörlosen-Fußballmeisterschaft 2010 DGM Herren-Fußball 2010
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GSV Karlsruhe zum achten Mal Deutscher Meister im Gehörlosenfußball Karlsruhe holt sich durch 5:2 über GSG Stuttgart nach 12 Jahren wieder die deutsche Meisterschaft.
Vor etwa 360 Zuschauern wurde das Endspiel um die Deutsche Gehörlosen-Fußballmeisterschaft der Herren zwischen GSG Stuttgart und GSV Karlsruhe am 26. Juni 2010 im Stadion Holzhof in Pforzheim ausgetragen, anwesend von der Sparte Fußball waren der beiden Trainer der deutschen Nationalmannschaft der Gehörlosen, Frank Zürn und Werner von der Ruhren, Dieter Wickert (Verbandsfußballwart), Jens Becker (Technischer Leiter Herren) und Guido Zimmermann (Technischer Leiter Jugend). Der Verein VfR Pforzheim übernahm die Ausrichtung dieses Endspiels. Das Spiel wurde kurz nach 15:00 Uhr von Schiedsrichter Michael Schild (FC Germania Brötzingen) angepfiffen.
Auf der Tribüne brachten die Fans beider Parteien mit Fahnen, Spruchbändern und den Vuvuzelas eine Final-Stimmung. In der 5. Minute traf der Stuttgarter Florian Becker beim direkten Freistoß den Ball an die Latte. Durch einen verwandelten Foulelfmeter von Muhammed-Ali Sütcü mit 1:0 (26.) gingen die Stuttgarter in Führung. Nach 7 Minuten später schoss der Karlsruher Stürmer Bejtullah Ymeri den Ball zum Ausgleich in Eck. Zur Halbzeit stand 1:1.
Gleich nach der Pause (48.) erhöhte B. Ymeri mit dem zweiten Treffer für Karlsruhe zum 2:1. Stuttgarter Randazzo Calogero schoss per Freistoß den Ausgleich 2:2 (56.), wobei hier Karlsruhes Torwart Kratz schlecht aussah. In der 74. Minute entschied der Schiedsrichter M. Schild zu Recht auf Foulelfmeter für Stuttgart. Der Stuttgarter Elfmeter-Spezialist M. Sütcü scheiterte diesmal an Tormann Jörg Kratz. Kurz danach gelang Karlsruhe durch ein Konter das 3:2 (78.) und das Duell war entschieden. Nationalspieler und Weltmeister Kadir Tatar schoss bei seinem Treffer abgefälscht und unhaltbar ins Stuttgarter Tor. Der 18-jährige Stürmer Robin Bayer erhöhte auf 4:2 (83.), wobei diesem Treffer jedoch eine klare Abseitsstellung von 2-3 Karlsruher Spielern vorausging. Kurz vorm Abpfiff in der 87. Minute musste der Nationaltorwart Thomas Hafner das fünfte Gegentor hinnehmen, geschossen von Marcus Bayer nach einer schönen Vorlage des schnellen Tatar. Nach dem Schlusspfiff ließen sich die Karlsruher von ihren Fans feiern. Man holte sich verdient zum achten Mal nach 1988, 1990 – 1994 und 1998 den deutschen Meistertitel. Bei der Siegerehrung auf dem Platz überreichte J. Becker mit Unterstützung von D. Wickert die Siegermedaillen in Gold und Silber. Anschließend nahm der Kapitän Jörg Kratz mit seiner Mannschaft den Wanderpokal in Händen. Die Sparte Fußball im DGS bedankt sich nochmals dem Vorstandvorsitzen Frank Hamm, Verein VfR Pforzheim, für die Übernahme der Ausrichtung des Endspiels sowie die gute Verpflegung durch den Verein VfR Pforzheim.
Aufstellung GSG Stuttgart: Thomas Hafer – Benno Dieudonne – Sven Schröder – Randazzo Calogero (Shane Kirk) – Thomas Krämer – Sergej Hafner (K) – Florian Becker – Mesut Can (Simon Bernado) – Marcell-Michael Christ – Muhammed-Ali Sütcü – Simon Kläger (Andreas Salzmann) Reserve: Bernd Greiner, Andreas Salzmann, Leroy Anderson, Simon Bernado und Shane Kirk Trainer Armin Dorfschmid
Aufstellung GSV Karlsruhe: Jörg Kratz (K) – Kadir Tatar – Mesut Arslan – Leon Lüddicke – Marcus Bayer – Edris Saighani – Hans Tödter – Marios Costi – Bejtullah Ymeri (Marc Bender) – Robin Bayer (Alen Behrami) – Danilo Maugeri (Patrick Weiss) Reserve: Patrick Weiss, Alen Behrami, Marc Bender, Manuell Fischer und Stefan Schuster Trainer Rolf Lischer
Torschützen: 1:0 (26. Min.) Foulelfmeter) Muhammed-Ali Sütcü 1:1 (33. Min.) Bejtullah Ymeri 1:2 (48. Min.) Bejtullah Ymeri 2:2 (56. Min.) Randazzo Calogero 2:3 (78. Min.) Kadir Tatar 2:4 (83. Min.) Robin Bayer 2:5 (87. Min.) Marcus Bayer
Gelbe Karten: S. Schröder, S. Hafner, M. Can, A. Salzmann (alle Stuttgart), J. Kratz, K. Tatar, E. Saighani und R. Bayer (alle Karlsruhe)
Bemerkungen: Jörg Kratz (Karlsruhe) hielt den Foulelfmeter durch Muhammed-Ali Sütcü (74. Min.)
Zuschauer: 360
Die Pforzheimer Zeitung http://www.pz-news.de/Home/Nachrichten/Sport/arid,202861_print,true_puid,1_pageid,19.html
Gehörlosen-Fußball: Karlsruhe holt sich den Titel durch 5:2 über Stuttgart GSV Karlsruhe holt sich durch 5:2 über Stuttgart nach zwölf Jahren wieder die deutsche Meisterschaft im Gehörlosen-Fußball
Es war das etwas andere Fußball-Spiel zwischen Badenern und Schwaben – aber nicht minder spannend oder emotional, als man das bei uns im „Ländle“ gewohnt ist. Allerdings geschieht das weit weniger lautstark, dafür aber umso gestenreicher, wenn Gehörlosen-Fußballer um die deutsche Meisterschaft kämpfen.
Wofür ein Normalo-Kicker vom Schiedsrichter womöglich sogar die gelbe Karte sehen würde, weil er sich als Gefoulter gar zu theatralisch auf dem Boden herumwälzt, gehört für einen Gehörlosen zur üblichen Ausdrucksweise. Denn, seinen Frust und Ärger auf dem Platz einfach herausschreien, das kann hier kaum jemand. Auch beim DM-Finale zwischen dem GSV Karlsruhe und der GSG Stuttgart, das die Badener am Ende mit 5:2 gewannen, spielten sich solche Szenen ab.
Neunzig Minuten lang ging es im Holzhof-Stadion des VfR Pforzheim mit harten Bandagen zur Sache. Und das nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf der Tribüne zwischen den Fans beider Parteien, die sich mit Fahnen, Spruchbändern und den für Gehörlose wohl etwas weniger nervtötenden Vuvuzelas einen zünftigen Wettstreit lieferten. Angeheizt wurde die Final-Stimmung zusätzlich vom Spielverlauf. Zuerst gingen die Stuttgarter durch einen verwandelten Foulelfmeter von Muhammed-Ali Sütcü mit 1:0 (25.) in Führung. Die passende Antwort gab der Karlsruher Mittelstürmer Bejtullah Ymeri jedoch schon fünf Minuten später. Nach einem Freistoß nutzte er die Verwirrung im gegnerischen Strafraum und schob den Ball zum Ausgleich ins Eck.
Vor allem in der zweiten Halbzeit hatte der Brötzinger Jung-Schiedsrichter Michael Schild viel zu tun, wenn er mit Pfeife im Mund und Fähnchen in der Hand seinen Entscheidungen Nachdruck verleihen musste. Oft liefen Aktionen, die bereits abgepfiffen waren, sekundenlang weiter, weil der Blickkontakt zum Unparteiischen nicht sofort aufgenommen wurde. Und auch von Rudelbildung oder non-verbalem Disput auf dem Spielfeld verstehen Gehörlose offensichtlich eine Menge.
„Es war in jedem Fall eine spannende Erfahrung. Aber so eine Partie zu leiten, ist ziemlich anstrengend“, gab Schild zu Protokoll. Bevor er sich allerdings in seine Schiedsrichterkabine zurückziehen konnte, warteten auf den Brötzinger noch knifflige Aufgaben. Denn mit dem zweiten Karlsruher Treffer von Ymeri (48.) erhöhten beide Teams die Schlagzahl. Das 2:2 (56.) durch einen Freistoß-Aufsetzer von Calogero Randazzo folgte. Erst als der Stuttgarter Elfmeter-Spezialist Sütcü bei seinem erneuten Versuch am Karlsruher Torsteher Jörg Krafz scheiterte und die Badener per Konter das 3:2 (78.) erzielten, war das Duell entschieden.
Besonders bitter für die Schwaben: Nationalspieler und Weltmeister Kadir Tatar hatte bei seinem Treffer den Stuttgarter Kapitän Sergej Hafner angeschossen, von dessen Bein der Ball unhaltbar ins Tor abgefälscht wurde. „Das hat uns psychologisch fertiggemacht“, hielt ein enttäuschter GSG-Trainer Armin Dorfschmid fest. „Von da an war die Luft raus.“ Allerdings nicht für die Kicker des GSV Karlsruhe, die durch das Brüderpaar Robin und Marcus Bayer noch zwei Konter ins Ziel brachten und sich nach dem Schlusspfiff von ihren Fans ausgiebig feiern ließen. Peter Hepfer
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