|
Zum 7. Wiener Walzer Kegel-WP-Turnier gab
es einen Rekord an Anmeldungen:
Wir warfen gleich 4 Mannschaften in die Schlacht, dazu
machten erstmals die Karlsruher und gleich mit 2
Mannschaften mit. Ein Glück nur, dass sie den deutschen
Bundesgerichtshof zu Hause ließen und nicht etwa als 3.
Mannschaft mitnahmen, sonst wäre uns von den Herren in
ihren schwarzen Robben gehörig eingeheizt worden.
Allerdings hatten die Karlsruher ein kleines
Spielerproblem. Es fehlte ihnen für die 2. Mannschaft
ein Spieler, den sie sich von woanders ausleihen
mussten. Frank Schäfer überredete einen hörenden
Kollegen seiner Stamm-Mannschaft beim KSV Wien bei
unserem Turnier mitzumachen und Christoph Rapf sagte
schließlich zu. Er ist ein junger und schon sehr starker
Spieler, der am Freitag dann auch mächtig aufgeigte:
542!
Damit besorgte er der Karlsruher B-Garnitur ein
beruhigendes Polster.
Er spielte zusammen mit Frank Schäfer schon am Freitag,
da beide am Samstag in der Superliga von ihrem Verein
eingesetzt werden. Frank Schäfer ist übrigens als
Deutscher Mitglied des GSV Karlsruhe spielt aber auch
für den KSV Wien in der höheren Liga, da er derzeit in
Wien lebt.
Am Freitag spielten auch fast alle unserer B-,C- und
D-Mannschaften, lediglich unser Urtiroler Kurt Rieser
wird am Samstag in der B-Gruppe zum Einsatz kommen.
Für viele wars allerdings ein schwarzer Freitag. 500er
waren spärlich gesät, außer dem hörenden Rapf schafften
es lediglich Josef Schiel (510), Franz-Josef Pamer (509)
und Ramiz Delagic (503) die magischen 500 zu
überschreiten.
Es führt also im Moment GKC Wien "D" mit genau 90 Holz
Vorsprung vor unserer C-Mannschaft. Unsere B-Gruppe ist
etwas angeschlagen. Günther Adelsberger macht seine
Wirbelsäule zu schaffen, er kam über 498 nicht hinaus
und Manfred Weidner hatte mit 495 wieder mal einen
"unter 500er", das zum Glück aber selten bei ihm
auftritt.
Von einem Podestplatz für eine der B-C und
D-Mannschaften können wir allerdings nur träumen, denn
am Samstag kommt die Elite der Turnierteilnehmer zum
Zug. Chancen hat vielleicht noch die B-Mannschaft, wenn
Kurt Rieser explodieren will. Schafft er einen 600er -
ist die B-Mannschaft im Podesthimmel und er selber um
100 Euro Prämie reicher, denn der erste von uns bekommt
für ein Ergebnis ab 600 Hundert Euro bar auf die
aufgehaltene Hand. Wien ist allerdings kein guter Boden
für unseren kampferprobten Kurtl, der anderorts mit
Ergebnissen knapp unter 600 schon einigen Eindruck
machte. Wir sind also mächtig gespannt auf sein Spiel
und vor allem, dass es unserer A-Elite gelingt, den
Vorjahrssieg zu wiederholen.
Am Samstag begannen wir schon um 9 Uhr vormittag, um mit
dem Turnier rechtzeitig fertig zu werden. Geplantes
Turnierende war 19:00 Uhr, mit eventuellen Bahngebrechen
würde es sich vielleicht um eine halbe Stunde länger
verzögern. Glücklicherweise ging alles schnell und ohne
nennenswerten Unterbrechungen vonstatten.
Als erste Starter des Tages begannen Walter Breser von
unserer A-Mannschaft, Markus Bethke, der für Karlsruhe
"B" spielte und Wilhelm Donaczi (GSZ Graz). Walter schob
sich mit 506 gerade noch über die 500er Hürde. 10 kleine
Negerlein, äh... Fehler brannten ihm aber die ganze Zeit
am Hintern. Ohne diese hätte er aber sicher mehr
erreicht.
Dann schob sich unser "Dicker" Raimund Harmstorf -
sprich: Erwin Salzer, der Wiener Seewolf - auf die
WW-Bühne. Er kam immerhin auf 518 und brauchte sich vor
den anderen nicht zu genieren.
Spannend wurde das Rennen um den Tagesbesten. Zwar
konnte Salzer dem hörenden Rapf, der für Karlsruhe "B"
spielte, mit seinen 518 nicht das Wasser reichen, aber
wir hofften auf Robert Pucher oder Alois Standhartinger,
die im Vorjahr mit 572 bzw. 555 hervorragende Ergebnisse
einfuhren. Aber auch die Salzburger Walter Brandstätter
und Gerhard Waltl waren Favoriten auf den Einzeltitel.
Zunächst begann Pucher. Er erreichte nur
durchschnitttliche 127 im 1. Durchgang, im 2. DG auch
nur 1 Kegel mehr als vorher. An den Einzeltitel war kaum
mehr zu denken, als er urplötzlich im 3. DG explodierte
und 158 Kegelchen umlegte. Das war Mord, purer
Massenmord! Aber ein prächtiger dazu und sowieso legal,
denn den Kegeln tut nie ein Zahn weh. Robert konnte
seine Sprengkraft auch mit 142 im 4. DG erhalten und
beendete das Spiel mit 555 Holz! Damit führte er die
Einzelwertung mit beachtlichem Vorsprung an. Es kümmerte
ihn nicht, dass er wegen der 555 seinen Mitspielern eine
Runde Feuerwasser spendieren mussten, die Freude über
dieses stolze Ergebnis war größer.
Alois Standhartinger versuchte dann auch alles, um
Robert zumindestens einzuholen. In den ersten beiden
Durchgängen lag er vorne, im 3. jedoch schon um 7 Kegel
dahinter. Der 4. Durchgang war mit 111 Kegel jedoch ein
Desaster. So musste er alle Träume auf die 50 Eier für
den Tagesbesten begraben.
Die beiden starken Salzburger, die Robert noch
gefährlich werden konnten, ließen ihn und uns dann lange
zittern, als sie zu Anfang ihre "Kalaschnikows"
(Maschinenpistolen) rattern ließen. Brandstätter
erwischte aber mittendrin eine Ladehemmung (Kugel bleibt
im Pistolenlauf stecken) und er segelte danach auf
gemütliche 473. Waltl ergings zwar etwas besser, mit 519
schied er zwar beim Einzeltitelrennen aus, besorgte aber
seiner Mannschaft gerade noch den 2. Platz, 15 Kegel vor
unserer B-Mannschaft, die Dritter wurde. Kurt Rieser
schaffte leider nicht mehr als 492, sonst wären wir
wieder so wie im Vorjahr hinter der A-Mannschaft an 2.
Stelle gelandet. Er hat aber sicher keine Schuld daran,
alle anderen B-Jungs müssen sich einzeln an der Nase
deswegen ziehen.
Sensationell unsere D-Mannschaft, die gerade noch den 4.
Platz belegte. Dahinter folgte schon mit größerem
Abstand der GSZ Graz als 5., Karlsruhe "A" lag nur um
einen winzigen Kegel dahinter auf dem 6. Platz. Unsere
C-Mannschaft hatte als 7. auch nur einen klitzekleinen
Kegel Vorsprung vor dem 8., Karlsruhe "B". Dieser
wiederum auch nur 2 Kegel Vorsprung vor dem LGKSV, der
9. wurde.
Auf dem letzten Platz landete die Salzburger
B-Mannschaft als 10. Leider waren einige Spieler unter
ihnen durch Verletzungen etwas gehandikapt, sodaß diese
Mannschaft sich nicht zu ihrer vollen Stärke entfalten
konnte.
Das Turnier war dann auch früher als geplant zu Ende.
Bereits um 18:30 Uhr konnten wir abschließen, nachdem
noch ein Schlachtenbummler aus Prag zusammen mit den
beiden letzten Startern sein Können unter Beweis
stellte.
Obmann Stöckl begann dann gleich um 19:00
Uhr mit der Siegerehrung.
Zu Beginn bat er alle um eine Gedenkminute für unseren
langjährigen Freund und Mitkegler, Svetko Tankosic, der
am 20. September 2010 gestorben ist.
Danach wurden alle Mannschaften, beginnend mit dem 10.
Platz hinauf bis zum Sieger mit Urkunden, Pokalen und
bei den ersten Drei auch Geldprämien geehrt.
Obmann-Stv. Helmut Grill ließ es sich zum Schluß nicht
nehmen, unserer A-Mannschaft den Wanderpokal zu
überreichen und ihnen zum endgültigen Gewinn zu
gratulieren.
Robert Pucher erhielt noch seine Prämie für den
Tagesbestentitel und für den Teilnehmer aus Prag, sowie
der Turnierletzten, Krisztina Popp aus Karlsruhe, gab es
auch Trostpreise.
Anschließend feierte der harte Kern der Gäste noch bis
zur Sperrstunde, während die auswärtigen Teilnehmer
wegen ihrer langen Heimfahrt etwas frühzeitiger
aufbrachen.
Frank Schäfer |